Gesichtsfelduntersuchung
Untersuchung des Gesichtsfeld

Grundlagen der Perimetrie
Bei einigen Erkrankungen, die das Sehvermögen betreffen, ist die Untersuchung des Gesichtsfelds zur Diagnose oder Verlaufskontrolle sinnvoll (Perimetrie). Sinn ist, dass das Auge einen Punkt in gerader Richtung fixiert und aufleuchtende Punkte weiter außen wahrnehmen soll. Das ermittelte Gesichtsfeld wird als Abbildung auf einem Papierbogen oder auch digital festgehalten.
Was ist das Gesichtsfeld?
Unter dem Gesichtsfeld versteht man den Bereich, den eine Person mit unbewegtem Auge (z. B. beim Fixieren eines Punktes) wahrnehmen kann. Man unterscheidet das auf ein Auge bezogene (monokulare) von dem beide Augen betreffenden (binokularen) Gesichtsfeld. Außerdem grenzt man das zentrale und das periphere Gesichtsfeld, das die Orientierung im Raum ermöglicht, voneinander ab. Beim Geradeausblick reicht das periphere Gesichtsfeld zur seitlichen Schläfe bis über 90 Grad, nach unten bis 70 Grad und nach oben sowie zur Nase hin jeweils 60 Grad.
Die Größe des Gesichtsfeld hängt unter anderem von der Gewöhnung (Adaptation), der Größe, der Helligkeit und der Farbe des betrachteten Objektes ab. So ist das Gesichtsfeld für Farben kleiner als das für weißes Licht. Die Gesichtsfeldmitte ist für Licht und Farben am empfindlichsten, in den äußeren Gesichtsfeldbereichen werden keine Farben mehr wahrgenommen. Bei älteren Menschen liegen die Empfindlichkeitsschwellen höher. Das bedeutet, dass ihr Gesichtsfeld aufgrund normaler Alterungsprozesse im Auge kleiner ist als das junger Menschen. Da das Gesichtsfeld bei verschiedenen Erkrankungen (z. B. der Augen oder des Gehirns) beeinträchtigt sein kann, haben Gesichtsfelduntersuchungen eine große Bedeutung in der augen- und nervenärztlichen Diagnostik.
Wie entstehen Gesichtsfeldausfälle?
Gesichtsfeldausfälle, also Einschränkungen des bei unbewegtem Auge einsehbaren Raumes, können verschiedene Ursachen haben. Zum einen können sie durch Veränderungen der Licht brechenden Strukturen des Auges, z. B. Trübungen der Linse, entstehen. Schäden der Netzhaut (Retina), in der sich die Stäbchen und Zapfen befinden, führen mitunter ebenfalls zu Gesichtsfeldausfällen. Dies kommt beispielsweise bei entzündlichen oder degenerativen (z. B. Makuladegeneration) Prozessen der Netzhaut vor.
Außerdem stellen Schädigungen des Sehnerven, der Sehbahn und der Sehzentren im Gehirn eine wesentliche Ursache für Gesichtsfeldausfälle dar. Dahinter können zahlreiche Erkrankungen stecken - von Entzündungen über Tumoren bis hin zu Hirninfarkten und Blutungen.
Wie wird das Gesichtsfeld untersucht?
Die Untersuchung des Gesichtfeldes nennt man Perimetrie. Eine Vielzahl von Methoden und Geräten kommt dabei zum Einsatz. Bei allen Untersuchungen muss der Patient einen bestimmten Punkt fixieren und darf die Augen nicht bewegen.
Zur Messung benutzt man weiße oder farbige Marken unterschiedlicher Größe und Helligkeit. Der Patient muss angeben, wann er eine solche Marke, beispielsweise einen aufleuchtenden Punkt oder einen ihm vorgehaltenen Gegenstand, wahrnimmt - also wenn diese Marke in seinem Gesichtsfeld erscheint. Anschließend vergleicht man anhand von Richtwerten gesunder Personen, ob das Gesichtsfeld des Untersuchten normal oder eingeschränkt ist.
Die einfachste, schnellste und mit wenig Aufwand durchführbare Untersuchung des Gesichtsfeldes ist der Parallelversuch. Der untersuchende Arzt und der Patient sitzen sich dabei mit etwa einem halben Meter Abstand gegenüber. Beide verdecken eines ihrer Augen mit der Hand so, dass sich die jeweils gegenüberliegenden Augen fixieren. Der Arzt bringt nun mit der anderen Hand einen Gegenstand (z. B. einen Wattetupfer) in allen Richtungen zwischen ihn und den Patienten in das Gesichtsfeld herein. Der Patient gibt an, ab wann er den Gegenstand sieht - und der Arzt kann dies mit seiner eigenen Wahrnehmung (und seinem normalen Gesichtsfeld) vergleichen. Vor allem die Außengrenzen sowie Halbseitenausfälle des Gesichtsfeldes lassen sich mit diesem Test schnell und gut bestimmen.
Spezielle Gesichtsfelduntersuchungen erfolgen mit Hilfe automatischer Perimeter, bei denen ein Computer die ermittelten Gesichtsfelddaten auswertet. Diese Untersuchungen erfordern meist viel Konzentration und eine gute Mitarbeit des Patienten. Dabei sitzt dieser in einem abgedunkelten Raum und schaut in ein Gerät hinein auf eine Bildfläche. Er fixiert einen bestimmten Punkt und darf seine Augen nicht bewegen. Es leuchten dann z. B. immer wieder Lichtblitze auf. Sieht er diese, muss er auf einen Knopf drücken.
Der Computer registriert dann alle richtigen, sowie die falsch oder auch gar nicht erkannten Lichtblitze und wertet das Ergebnis anschließend aus. Hat der Untersuchte beispielsweise alle am Rand aufleuchtenden Blitze gar nicht gesehen und dementsprechend auch nicht auf den Knopf gedrückt, weist dies auf einen Gesichtsfeldausfall in den seitlichen Blickbereichen hin. Hat er hingegen die Lichtblitze in der Mitte nicht gesehen und entsprechend nicht auf den Knopf gedrückt, erscheint auf dem Computerausdruck das Bild eines zentralen Gesichtsfeldausfalls (Zentralskotom).
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